Ein gutes Los wie ich finde! Gab es bereits in Pflichtspielen, unvergessen der Stinkefinger von Rangnick nach deren Sieg im good ol' MTV-Stadion, obwohl sie gewonnen hatten. In dieser Saison gab es zwei souveräne Aufsteiger: Hoffenheim und SV Wehen(Taunusstein). Unsere Bilanz gegen Hoffenheim ist nicht so gut: ein 0:0 auswärts (es waren sogar Schanzer vor Ort am Gründonnerstag damals, aber ich war es nicht) und 0:1 daheim. In Ulm beim Testspiel gab es das letzte Aufeinandertreffen zwischen unseren beiden Verein Endstand 3:3.
Um eine Sponsor- und Gralshüter-Diskussion zu verhindern: Wenn man den Ausführungen von Dietmar Hopp mal zugehört hat versteht man was in Hoffenheim entstanden ist. Nimmt man eine Karte und verbindet die Städte Mannheim, Heidelberg, Bruchsal, Karlsruhe, Vaihingen a.d. Enz, Heilbronn, Mosbach und wieder Mannheim entsteht ein Mehreck, welches eine Sache definiert: es fehlt in der Region Rhein-Neckar ein Erstliga-Fussballverein. In Rhein-Neckar leben ca. 2,5 Mio. Menschen,die sicherlich Bock auf einen Erstliga-Verein haben (der Anteil an FC-Bayern-Fans dort ist historisch sehr hoch). Und Bingo seine Rechnung ist aufgegangen. Als Entwicklungshelfer in Sachen Fussball hat er schon ein gutes Gespür bewiesen. Ob man hätte einen Verein neu gründen sollen oder sich an einem Dorfverein bedienen sollen sei dahingestellt. Einziges Manko in Hoffenheim: es wird keine Stadt repräsentiert, sondern bewußt die Region Rhein-Neckar. Um es einigen Klartext zu formulieren: die TSG-Fans boxen sich nicht um ihre Stadt, sondern um ihre Region Rhein-Neckar, welche Städte wie Hockenheim, Bretten, Ettlingen, Bad Rappenau, Sinsheim etc. umfasst. Was bei Sandhausen herausgekommen ist wissen wir auch. Alles Projekte, die nicht funktionieren und Dorfvereine bleiben. Mit Hoffenheim jedoch wird zu rechnen sein die nächsten Jahre! Mittelfristig wird die Deutsche Meisterschaft angepeilt.
Was ist an Hoffenheim so Besonders? Imho nix. Es wurde in ein Stadion und in eine Fussballmannschaft investiert, eben solches ist in der Republik auch in anderen Städten passiert. AUCH IN AUGSBURG, die uns gestern irgendwas von Tradition erzählen wollten, aber auf der anderen Seite seit 1983 keinen höherklassigen Fussball mehr hatten und aufgrund der Dummheit der Offenbacher (Abstieg am letzten Spieltag wg Torverhältnis) am 18.Mai 2008 in der 2.Bundesliga verblieben sind! Das ist genau zwei Jahre her. Mal angenommen die wären abgestiegen. Dann kommt noch ein DFB daher mit Frauen-WM und schon steht der Traditions-Phallus der Augsburger wie 'ne eins. Aber auch in Ingolstadt wurde investiert und was ich nicht verstehe: wieso wird soviel Polemik um das Investitionsgehabe eines Einzelnen anderswo betrieben? Man kann es auch wie die US-Veteranen in Vietnam ausdrücken "Our cause was just", ebenso der von Dietmar Hopp. Wer grassroots Fussball sucht geht eben in die Bezirksliga oder noch weiter runter.
Aber offensichtlich hat es sich dort dann "ausge-Gralshüter-t": Diese Hamperer hier http://youngboys2005.de/ scheinen sich irgendwie verdünnisiert zu haben, weil es irgendwie nach dem Abstieg des TSF Ditzingen (Ex-Regionalligist immerhin!) in die Bezirksliga Enz/Murr des WFV doch etwas lächerlich aussieht in der Bezirksliga als Ultra unterwegs zu sein, ganz wie im Stile eines großen Erstliga-Clubs. Will heißen: ohne Moos nix los! Und wo kommt Moos her? Meiner Meinung nach durch die moderne Interpretation des Slogans "Panem et circenses". Die alten Römer hatten damit ihre Gesellschaft zu Leistungen getrieben, ohne Spaß kein Imperium. Man kann es drehen und wenden wie man will, aber der moderne Fussball ist genau eben dieses: Wirtschaftsunternehmen benutzen diesen bewußt als Motivation für ihre Mitarbeiter und ihrer Kunden. Ob SAP in Rhein-Neckar oder Audi bei uns in IN. Bei der Stadioneröffnung wurden sehr klar Worte gesprochen wem der Sportpark gewidmet ist und was die Motivation für den Kauf der Namensrechte war. Alles nachzulesen in der Presse und mich wundert es ehrlich gesagt, dass es hier keine lautstarken Proteste gab? Nur so viel: "Wir haben den Sportpark gebaut für die Arbeiterklasse und Hartz-IV-Empfänger Ingolstadts" wurde nicht gesagt. Will heißen: Brot wird gegeben und Spiele sind jetzt auch dabei. Eben dieses ist auch in Hoffenheim der Fall. Wegen dem Werk Neckarsulm gibt es dort auch den "Audi Fanclub 1899 Hoffenheim", schließlich müssen beide Werke gleich behandelt werden.
Das Gegenteil davon sah/sieht man im Osten und dem NOFV, wobei sich dort die Zeiten ebenfalls ändern. Ein berüchtigter Verein wie der Hallesche FC baut plötzlich ein neues Stadion und wirbt tolle neue Spieler an wie Christoph Klippel, der heute Nachmittag in "Sport im Osten" deutliche Worte über die guten Umstände in Halle verloren hat! Auch er kam wegen dem Geld, welches ein Unternehmen namens Papenburg AG zuschustert. Die haben ihre Zentrale nach Halle verlegt und in Hannover bei den Scorpions den Stecker gezogen! Aha. Vereinspleite in einer Stadt, dafür neue Spiele in einer anderen Stadt. Eben dort, wo das Brot erworben wird. Interessant wie ich finde, was in unserer Republik passiert. Alles aber viel weniger prominent als Hopp.
Deswegen finde ich es persönlich interessant sich nicht dem gängigen Meinungsmainstream "Der böse SAP-Sponsor von Hoppenheim" anzuschließen, sondern mal zu recherchieren, was die heutige Zeit im Fussball auszeichnet. Die Partie ist eigentlich für ein Auswärtsspiel relativ easy zu machen, über die A6 ist man sofort dort. Unser Chancen sind gut und es werden auf den Rängen auch Sympathien für den FC Ingolstadt dabei sein, weil viele Fans über ihren Arbeitgeber bedingt, uns keine Feindschaft entgegen bringen werden. Ist so.