Die Sicherheitsfirma, welche den Veranstaltungsschutz im ESV-Stadion betreibt, ist die Firma Obtego GmbH aus Ingolstadt. Offensichtlich wurde hier etwas "Werbung" im Vorfeld betrieben.
ist dieser Artikel darauf ausgelegt Verständnis bei den Besuchern zu erzeugen, andererseits ist das Thema Trennung "Heim- und Gästefans" bisher nicht gelungen. In den Bereichen C1 bis C3 waren gestern genügend Leute mit Trikots von fremden Vereinen unterwegs. Ich finde, dass Obtego hier zukünftig darauf achten sollte, dass Fans mit Fanartikeln anderer Vereine, in den C-Blöcken keinen Zutritt erhalten sollten.
Ich möchte hier nur eines Anmerken: der Flitzer ist (zumindest mir) unbekannter Besucher des FC04,d.h. nicht einer der üblichen Bekannten (die auch am Ende des Artikels Erwähnung finden) weswegen man ebenso bisher unbekannten Leuten mit HSV-, Cottbus-, VfB-Trikots nicht unbedingt Zugang zu Cx geben sollte.
31.07.2008 22:21 Uhr | 444x gelesen Obst muss leider draußen bleiben
Ingolstadt (DK) Die Premiere im ESV-Stadion mit einem Freundschaftsspiel bot für Polizei und Sicherheitsdienst am
Mittwochabend die perfekte Bühne für einen Testlauf ihres Sicherheitskonzeptes. Denn in den kommenden Monaten warten
ausverkaufte Spiele mit teils hitziger Stimmung auf alle Beteiligten.
Als der Daumen von Polizeioberrat Thomas Zäpfel nach oben geht, kann Bahadir Balantekin an diesem Abend das erste Mal
durchschnaufen. Das Zeichen des Chefs der Ingolstädter Polizeiinspektion, der wenige Meter von ihm hinter dem Zaun im
Gästeblock steht, lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Alles bestens, so kann es auch bei den anderen Spielen
weitergehen. Doch ein Grund, bei der Generalprobe gleich die Füße hochzulegen, ist das für Balantekin noch lange nicht. Der
gebürtige Türke ist ein drahtiger Mann mit hellwachem Blick. Er ist der Sicherheitsbeauftragte – und das Spiel des Hausherren
FC Ingolstadt gegen Wolfsburg läuft gerade sieben Minuten.
Ein Freundschaftsspiel, gewiss, doch neben den Teams proben auch die Sicherheitskräfte für den Ernstfall, der in Ingolstadt am
Samstag in einer Woche eintreten wird. Dann kommt der HSV, der Karten für 3000 Fans reserviert hat. Wolfsburger Farben
tragen dagegen am Mittwochabend nur eine Hand voll Menschen.
160 Mitarbeiter wird Balantekin gegen den HSV koordinieren, nochmal 30 mehr als am Mittwoch, voriges Jahr im MTV-Stadion
waren es weniger als die Hälfte. Seine Männer sind im ESV auf sechs Sektoren verteilt. Die meisten, 30, stehen vorm und im
Gästefanblock. In Sektor sechs, der Sperrzone, wo die Mannschaftsbusse hinter der Haupttribüne parken, braucht es nicht ganz
so viele. Das hat Balantekin in seinem Sicherheitskonzept ausgearbeitet. "Ich mache den Job schon seit 15 Jahren", sagt er. Bei
der Fußball-WM 2006 hat der Personenschützer die Paraguayer in Unterhaching bewacht.
Seit Mittag ist er an diesem Mittwoch im Einsatz. Erste Gespräche, er ist immer auf Achse. Um 15 Uhr – viereinhalb Stunden vor
Anpfiff – tritt sein Team der Sicherheitsfirma Obtego den Dienst an. Am Anfang steht für die Männer und Frauen in den gelben
Leibchen die Stadionführung. Balantekin schreitet voran, weist jedem seinen Bereich zu: Parkplätze, Tribünendienst. An den
Eingängen werden die Karten kontrolliert, die Zuschauer nach gefährlichen Gegenständen abgetastet. Das war freilich auch
beim MTV so, doch das Umfeld und die Wege sind fremd. "Das ganze Stadion ist Neuland für uns", sagt Balantekin und
marschiert mit strammen Tempo vom Hauptquartier der Sicherheitsleute los. Wie fast alles im Stadion, sind die Männer in einem
Container untergebracht.
Der Bus der Gäste rollt am Sicherheitsbeauftragten vorbei. Der hat abwechselnd das Handy und das Funkgerät am Ohr. Er hat
das letzte Wort. 18 Uhr: "Jeder auf seinen Posten, wir öffnen die Tore." Die Zuschauer strömen herein. Schon wird der
Einsatzleiter gerufen. Dürfen Kinderwagen mit? Was ist mit Hunden? "Wagen ja, aber keine Hunde!" Man mache nur, was der
DFB fordere, sagt er fast entschuldigend. Dazu gehört auch, dass Obst draußen bleiben muss. Selbst dazu kann Balantekin einen
Schrieb der Regelgeber präsentieren. Er nickt. Die Schlangen am Eingang halten sich in Grenzen.
Dann eilt der Einsatzleiter durch den Kabinentrakt, lässt Wolfsburgs Trainer Felix Magath links liegen, umkurvt FC-Boss Peter
Jackwerth: Bayernstar Luca Toni möchte zu seinem Landsmann Zaccardo bei den Wolfsburgern. Balantekin gibt Geleitschutz mit
zwei Mann. Kurz darauf zückt er das Funkgerät. Hier noch einen Mann hin zur Anzeigetafel, dort noch einen zur Toilette. An der
Asamstraße staut sich der Verkehr einige hundert Meter, erfährt er. Doch das ist das Problem der Polizei. Balantekin stellt sich bei
den Schiedsrichtern vor. "Auch für deren Sicherheit bin ich verantwortlich", sagt er.
Dann ist Anpfiff. Vom Spiel wird der Sicherheitsbeauftragte nicht viel mitbekommen, dafür aber mindestens so viel laufen wie die
Fußballer. Schon wieder geht es zum Kabinentrakt. Dort stehen Zuschauer, die zu ihren Plätzen wollen. Mitten in der Sperrzone?
Ein Mitarbeiter hat sie durchgelassen. Jetzt bekommt er deutliche Anweisungen vom Chef.
Der erhält dann selbst den Wink von der Polizei. Alles okay. Der einzige Zwischenfall: Wenig später nehmen die Beamten einen
jungen Fan vorläufig fest. Er hält ein Schild hoch mit Beleidigungen gegen die Polizei. Dafür macht er Erfahrung mit dem
Vernehmungsraum – natürlich in einem Container. Daneben ist eine Haftzelle eingerichtet. Ein Staatsanwalt ist immer beim Spiel
dabei. Doch das muss Balantekin heute nicht stören.
Die letzten Minuten des Spiels plätschern so vor sich hin. Der Abpfiff ist noch einmal Anpfiff für seine Sicherheitskräfte. Die
Spieler schreiten an den Journalisten vorbei zu den Kabinen. Die 5700 Zuschauer strömen auf die Straße. Gäste- und Heimfans
sollen sich jetzt möglichst nicht begegnen. Am Mittwoch kein Problem, doch das könnte sich ändern. Die Generalprobe
zumindest ist gelungen.
Von Christian Rehberger